Mengenmässig eher unbedeutend, dafür naturhistorisch für die Region ein wahres Kleinod ist die Insektensammlung von Jonas Friedrich Brunner, die sich im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen befindet. Es handelt sich um 15 kleinere Insektenkästen mit einheimischen Käferarten und einem Kasten mit verschiedenen Wanzen. Der grösste Teil der gesammelten Tiere stammt aus der Umgebung von Diessenhofen. Interessanterweise konzentrieren sich die Funde auf die Jahre 1848 bis 1850 sowie 1877 bis 1879. Dazwischen gibt es eine Lücke von 30 Jahren.

Brunners Insektensammlung kam vermutlich nach 1944 ins Museum zu Allerheiligen. Nach dem verheerenden Bombenangriff vom 1. April 1944 auf die Stadt Schaffhausen, bei dem grosse Teile der naturkundlichen Sammlung des städtischen Museums und der Naturforschenden Gesellschaft zerstört worden sind, bemühten sich die Schaffhauser um entsprechende Kulturspenden. Dies deckt sich zeitlich mit einem Brief, der sich im Naturmuseum Thurgau befindet. Im Brief vom 2. Dezember 1941 von Alfred Brunner an die damalige Museumsleiterin Olga Mötteli steht: «Nun ist mir der Gedanke gekommen, ob wir die Sammlung vielleicht dem Museum übergeben könnten.» Der Transfer nach Frauenfeld fand jedoch nie statt.

Als besondere Überraschung tauchten vor wenigen Monaten im Haus zum Goldenen Leuen ein handschriftlicher «Käfer-Catalog 1877» auf. Im eigentlichen Katalogteil zur Sammlung sind teilweise präzisere Angaben zu Fundort und Datum ersichtlich. Zudem gibt es kleinere Exkursionsbeschreibungen aus dem Jahr 1877.

Noch ist dieser Edelstein nicht genügend geschliffen, aber bereits jetzt ist klar, dass die Käfersammlung von Jonas Friedrich Brunner einen faszinierenden Blick in die Artenvielfalt um Diessenhofen vor rund 150 Jahren ermöglicht.